VORREITERROLLE MIT WASSERSTOFF

19.10.2022

In Kirchheim fand die Jungfernfahrt des ersten Brennstoffzellen-Fahrzeugs für das Straßenbauamt im Landkreis Esslingen statt. Damit ist ein Meilenstein auf dem Weg zur emissionsfreien Straßenmeisterei erreicht. Bund und Land fördern das Projekt mit mehr als einer halben Million Euro.

KIRCHHEIM. (red) - Das Straßenbauamt des Landkreises Esslingen hat in Kirchheim den ersten LKW mit Brennstoffzellen-Antriebsstrang in seinen Fuhrpark übernommen. Mit der Jungfernfahrt stellten Verkehrsminister Winfried Hermann und die Landräte Heinz Eininger und Edgar Wolff das Fahrzeug in seinen Dienst. "Mit dem Einsatz dieses Fahrzeugs machen wir einen großen Schritt auf dem Weg zur emissionsfreien Straßenmeisterei und leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz", betonte Landrat Heinz Eininger. 

"Etwa 99 Prozent der schweren Nutzfahrzeuge sind immer noch dieselbetrieben", stellte Verkehrsminister Winfried Hermann fest. Das Potential zu Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge sei gerade in diesem Fahrzeugsektor enorm. Der Minister ist überzeugt: "Der Einsatz der Brennstoffzelle kann diese Lücke schließen. Vor allem im Schwerlastverkehr ist ihr Einsatz sinnvoll." Das Land wolle die Brennstoffzellentechnologie daher entschieden vorantreiben, betonte Winfried Hermann bei der Straßenmeisterei in Kirchheim.

"Das reine Wasserstoffauto war bis vor Kurzem für alle noch außer Reichweite, die Entwicklung, das System zu teuer", erinnert sich Göppingens Landrat Edgar Wolff an die ersten Gedanken zum emissionsfreien Antrieb. Wasserstoff sei das Erdgas der Zukunft, monierte er und freute sich, dass der Hersteller aus seinem Landkreis stammt. "Wir freuen uns, dass unser Straßenbauamt hier mit gutem Beispiel vorangeht", betonte der Landrat.

Bei dem Fahrzeug mit Doppelkabine und Pritsche mit einer zulässigen Gesamtmasse von 4,6 Tonnen handelt es sich um das erste von zwei Wasserstoff-Fahrzeugen, die im Projekt "Emissionsfreie Straßenmeisterei" im Landkreis Esslingen als Pilot-Serienfahrzeuge in Einsatz kommen. Der Landkreis kooperiert dabei mit dem Institut für nachhaltige Energietechnik und Mobilität (INEM) an der Hochschule Esslingen und Partnern aus der regionalen Wirtschaft. Die Vorteile liegen laut Experten in den sehr guten Markperspektiven der Fahrzeuge: Diese können nicht nur in Straßenmeistereien zum Einsatz kommen, sondern bilden auch das klassische Nutzungsspektrum eines Fahrzeugs in kommunalen Bauhöfen ab. Es kann an bestehenden Wasserstoff-Tankstellen, wie etwa in Wendlingen oder am Landesflughafen betankt werden. Weitere Tankstellen, an denen klimaneutral gewonnener grüner Wasserstoff getankt werden kann sind im Kreisgebiet bereits in konkreter Planung, wie die Pressesprecherin des Landratsamtes, Andrea Wangner, mitteilte.

Technische Details des neuen Brennstoffzellen-Fahrzeugs

  • Zulässige Gesamtmasse: 4,6 Tonnen
  • Leergewicht des Fahrzeugs mit Aufbau: 3,3 Tonnen
  • Maximale Zuladung: 1,3 Tonnen
  • Zulässige Anhängelast: 2,5 Tonnen
  • Höchstgeschwindigkeit: 88 km/h
  • Reichweite: 375 - 480 Kilometer mit einer Füllung
  • Brennstoffzelle: 50kW
  • H2-Speicher: 6,2 Kilogramm (in zwei Behältern, 700 bar)