SCHWÄBISCHE ALB: 6-Jähriger schwer verletzt - Skigebiete dicht! 

03.01.2021

Wer am ersten Sonntag des neuen Jahres auf der Schwäbischen Alb das Schneevergnügen genießen wollte, musste schnell sein. Bereits zur Mittagszeit waren sämtliche Parkplätze belegt. Das Chaos blieb allerdings aus. Wie die Polizei gegen Abend mitteilte, wurde bei Römerstein ein Sechsjähriger beim Rodeln schwer verletzt.

LENNINGEN. (red) - Die Wetterprognosen für das erste Wochenende im neuen Jahr behielten Recht. In der Nacht zum gestrigen Sonntag setzte fast überall im Landkreis und vor allem auf der Schwäbischen Alb starker Schneefall ein. Während im Flachland die Straßen und Dächer nur weiß gepudert waren, sorgte der Schnee in den Skigebieten der Schwäbischen Alb für eine bleibende weiße Schicht. Bereits am Sonntagmorgen rollte die Blechlawine zu den einzelnen Skiliften oder Wanderparkplätzen.

Wer zu spät kam, musste sich auf die Suche nach einem freien Stellplatz machen. Die Skilifte dürfen zwar während des Winter-Lockdowns nicht betrieben werden, aber die heranreisenden Wintersportfreunde sorgten vor. Sie hatten Schlitten und Bobs in allen Formen und Farben dabei. Dass jeder Schlittenfahrt ein mühsamer Aufstieg durch den Schnee voranging, schien die fröhliche Schar nicht zu stören. An der Pfulb in Lenningen konnten sich Kinder und Erwachsene gut auf den Pisten verteilen, weil links und rechts vom Parkplatz schneebedeckte Hügel zum Schneevergnügen einluden. Aus nah und fern waren Familien mit ihren Kindern angereist, um dem tristen Corona-Alltag wenigstens für ein paar Stunden zu enteilen. Sogar aus Heidelberg war eine Familie auf gut Glück nach Lenningen gefahren. "Wir hörten den Schneebericht und entschieden uns kurzfristig, unsere sportliche Aktivitäten auf die Schwäbische Alb zu verlegen", erklärt Familienvater Jonas Scheibler die lange Anfahrt aus der Universitätsstadt. Mit im Gepäck war der sechs Monate alte Patrick. "Er sieht zum ersten Mal Schnee in seinem Leben", freut sich Mama Ursula Scheibler.

Nicht weniger Betrieb herrschte in weiteren Skigebieten. Auch in Ochsenwang waren die Parkplätze rasch belegt und die jede schräge Schneefläche wurde zum Rodeln oder Schlitteln benutzt. Zeitweise klebten auf der Ochsenwanger Steige Auto an Auto.

Das befürchtete Chaos blieb jedoch aus und jeder fand den Weg in den Schnee. Ob in Erkenbrechtsweiler, Donnstetten oder in weiteren Skigebieten auf der Schwäbischen Alb: An den schneebedeckten Hängen wuselten tausende Wintersportler mit ihren Sportgeräten herum und genossen ihren Ausflug in den Schnee auf der Schwäbischen Alb. Wie Polizeisprecher Timo Kirschmann vom Polizeipräsidium Reutlingen bestätigte, wurde es in allen Skigebieten zwar eng. Von chaotischen Zuständen wollte er aber kurz nach Mittag nicht sprechen: "Jeder Parkplatz in der Nähe eines Schneehügels ist belegt, aber auf den Straßen gab es bisher keine Staus." Der Polizeisprecher vermutete zwar, dass es auch auf den Pisten mal eng wird, "aber es muss halt alles im Rahmen bleiben", mahnte er. Zum Zeitpunkt der Anfrage gab es keine Meldungen über befürchtete Tumulte oder Verletzungen der Corona-Verordnung. Der Besuch in einem Skigebiet zählt als Sport oder Bewegung an der frischen Luft. "Dies ist ausschließlich allein, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt", sagte Timo Kirschmann mit dem Verweis auf die Lockdown-Verordnung, die seit dem 16. Dezember des vergangenen Jahres in Kraft ist.

Sechsjähriger beim Rodeln schwer verletzt

Wie die Polizei im weiteren Verlauf des gestrigen Sonntags mitteilte wurde an einem gut besuchten Schlittenhang am "Salzwinkel" bei Römerstein-Zainingen ein 6-jähriger Junge schwer verletzt. Der aus Walddorfhäslach stammende Junge hielt sich gegen 14.25 Uhr mit seinem Bruder und seinem Vater im Bereich des Auslaufs auf, als zwei Frauen in einem Rodelbob aus Kunststoff den Schneehang herunterfuhren und mit dem Kind zusammenstießen. Die Frauen versuchten noch mit den Füßen zu bremsen und auszuweichen, ihre Sicht wurde jedoch durch den dadurch aufgewirbelten Schnee behindert. Das Kind musste im Anschluss vom Rettungsdienst und einem Notarzt versorgt werden. Da die Rettungswege freigehalten wurden, war das Durchkommen der Rettungskräfte ohne Einschränkungen möglich. Das schwerverletzte Kind wurde in eine Klinik verbracht. Gegen die zwei Frauen im Alter von 27 und 28 Jahren, die aus Reutlingen und Neu-Ulm stammen, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Feldweg zugeparkt - Polizei verteilt Knöllchen

Bei Winterwetter waren am Sonntagnachmittag die Parkplätze auf der Schwäbischen Alb im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen sehr gut besucht, hieß es im Polizeibericht. Aufgrund der vollen Parkplätze wurden teilweise die Feldwege zugeparkt. Durch die Polizei wurde eine hohe zweistellige Zahl an bußgeldbewehrten Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen