REUDERN: Mit dem Klappstuhl zum Konzert

24.07.2021

REUDERN. (red) - Eine ungewöhnliche Karawane zog am Donnerstagabend durch den Nürtinger Stadtteil Reudern: Menschen im Freizeitlook pilgerten mit Klappstühlen und Bierbänken zur Grundschule. Die Auflösung zum seltenen Umzug in Reudern gabs musikalisch.

Der Musikverein hatte zum ersten Konzert, seit dem Ausbruch der Coronapandemie eingeladen. "Ein Jahr, sechs Monate und drei Tage durften wir nicht mehr auftreten", hat Vereinschef Holger Mayer die spielfreie ausgerechnet. Das letzte öffentliche Konzert gaben die Blasmusikanten nämlich im Januar des vergangenen Jahres. Umso größer war daher die Freude, dass sie nun seit der Lockerung wieder vor Publikum spielen dürfen.. Und dieses kam zahlreich:

Rund 60 Freunde der Blasmusik kamen auf den Hof der Grundschule, wo sie mit Abstand das beste Konzert der Reuderner Trachtenkapelle erleben durften. Unter der musikalischen Leitung von Walter Besemer boten die Musiker eine breite Palette bekannter Polkas und Märsche an. Zum Proben auf das Konzert blieb den 23 Bläsern und Trommlern seit der Lockerung der Pandemieverordnung nicht viel Zeit. "Die ersten Proben waren erwartungsgemäß nur spärlich besucht", erinnert sich der Vorsitzende der Trachtenkapelle, Holger Mayer, "als das Klappstuhl-Konzert immer näher rückte, füllten sich die Registerreihen und wir waren beim Üben nahezu komplett."

Überraschende Klänge gabs für die Zuhörer, als Martin Lubich das Alphorn blies. Er bekam für seine Darbietung, dem "Alphornzauber", viel Applaus. Knapp zwei Stunden spielten die Musiker der Trachtenkapelle auf und lieferten einen kurzweiligen Mix aus Musik und Gesang. Mit der "Reuderner Nationalhymne", dem Gruß ins Egerland und der geforderten Zugabe "Fuchsgraben-Polka" beendete der Musikverein Reudern das Premierenkonzert.