NÜRTINGEN: Walter Knapp bekam den ersten Piks gegen Corona

27.12.2020

NÜRTINGEN-OBERENSINGEN. (red) - "Es tat gar nicht weh", freut sich Walter Knapp. Der 87-Jährige ist der erste Heimbewohner im Kreis Esslingen, dem die langersehnte Corona-Impfung gespritzt wurde. "Die Angst davor war größer als der Piecks. Die Impfung selbst habe ich kaum mitbekommen, weil ich mich mit dem Pflegepersonal unterhielt", berichtet der erleichterte Walter Knapp. Mit dem Impfprozedere ist der Bewohner des Dr.-Vöhringer-Heims in Nürtingen-Oberensingen sehr zufrieden. "Alles lief ruhig und freundlich ab, ich wurde sehr gut aufgeklärt."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann eröffnete die Corona-Impfaktion in Baden-Württemberg am gestrigen Sonntag. Mobile Teams des Impfzentrums Klinikums Stuttgart besuchten am pro Landkreis, für den sie zuständig sind, ein Pflegeheim besuchen. Die Privatdozentin des Olgaspitals, Dr. Claudia Blattmann, war mit Notfallsanitäter Tim Patrick Schulz und der Auszubildenden Brikena Hoxha ehrenamtlich im Vöhringer-Heim und hatte 50 Impfdosen dabei. Verabreicht wurde der Impfstoff der Firma BionTech.

Große Impfbereitschaft unter den Heimbewohnern

Gemäß der vom Bundesgesundheitsministerium erlassenen Corona-Impfverordnung haben Personen, die mindestens 80 Jahre alt sind, mit höchster Priorität Anspruch auf die Corona-Schutzimpfung, ebenso die Pflegekräfte und das medizinische Personal mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2. An Sonntagnachmittag wurden im Dr.-Vöhringer-Heim ausschließlich Personen geimpft, die selbst einwilligen können. Dazu holten das Fachpersonal im Heim die Einverständniserklärungen von Bewohnerinnen und Bewohnern ein. Ebenso erhielten auch die Mitarbeiter des Heims erste Impfungen. Wie Pressesprecher Gerhard Fezer versicherte, sei die Corona-Impfung für alle freiwillig. "Wir empfehlen unseren Mitarbeitern zwar, sich gegen das Virus impfen zu lassen, die Entscheidung bleibt aber jedem selbst überlassen."

Im Vöhringer-Heim leben derzeit 140 Bewohner, 23 davon sind mit Corona infiziert und entsprechend isoliert. Pfarrer Frank Wößner, Vorsitzender des Samariterstifts, zeigte sich erleichtert und hoffnungsvoll über die gestartete Impfaktion: "Das ist ein Wendepunkt im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Jetzt braucht es zusätzlich eine große Impfbereitschaft in der Bevölkerung." Gerhard Fezer, Pressesprecher des Dr.-Vöhringer-Heims bestätigte: "Die Impfbereitschaft unter den Heimbewohner war sehr groß."