NECKARTAILFINGEN: Abstand und Sicherheit am See

13.06.2021

Weitergehende Lockerungen und sommerliche Temperaturen lockten am Wochenende tausende Sonnenhungrige an den Aileswasensee in Neckartailfingen. Am Samstag, 14 Uhr, machte der Sicherheitsdienst den Zugang dicht, weil die maximal erlaubte Zahl an Badgästen erreicht war. Wer es ans erfrischende Wasser geschafft hatte, konnte sich in der Obhut der Rettungsschwimmer der DLRG sicher fühlen.

NECKARTAILFINGEN. (red) - Die Kommune hat aus dem letztjährigen Ansturm, der ein totales Verkehrschaos in der Gemeinde auslöste, gelernt. Per Beschluss im Juli 2020 wurde von den Gemeinderäten verfügt, dass die Zahl der Besucher am See auf maximal 1000 Menschen zu beschränken sei. Dazu hat die Gemeinde einen Sicherheitsdienst beauftragt, der den Zulauf kontrolliert.

Dies bekamen einige Sonnenanbeter bereits am Samstagnachmittag zu spüren. "Kurz vor 14 Uhr waren es Tausend Badegäste und wir haben die Tore erstmal dichtgemacht", bestätigt Marcus Schützchen, Einsatzleiter des Sicherheitsdienstes. Die Badegäste werden beim Eintritt gezählt und jeder bekommt ein Armbändchen. "Damit müssen sich die Besucher, wenn sie kurz zum Auto wollen, nicht wieder in der Schlang anstellen", erklärt Schützchen das Procedere. Er lobt das Verhalten der Gäste am See: "Bisher gab es keine Probleme, alles verlief friedlich und umgänglich." Auch die wartenden Besucher nehmen die Wartezeit, bis sie endlich ans Wasser können, gelassen. "Meine zwei Kinder sind da viel ungeduldiger und quengeln, weil sie endlich im See plantschen wollen", schmunzelt Franziska Ott, die mit ihrer Familie seit 15 Minuten auf den Einlass wartet."

Kleinere Blessuren und Fahrradstürze

Seit Mitte Mai dieses Jahres überwachen Rettungsschwimmer der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) wieder das Treiben am See und geben damit den Badegästen ein Gefühl von Sicherheit. "Wir sind mit durchschnittlich zehn bis 15 Rettern noch bis Mitte September jeweils am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 19 Uhr am See", erklärt David Kaiser, stellvertretender Leiter Einsatz des DLRG Bezirk Esslingen. Dabei übernehmen die Rettungsschwimmer vor allem sanitätsdienstliche Aufgaben und behalten den Wasserbereich im Auge. "Wir unternehmen Fußstreifen rund um den See und an den beiden meistbesuchten Stränden sind jeweils drei Ehrenamtliche im Einsatz."

Je nach Lage sei auch jeweils ein DLRG-Mitglied mit dem Rettungsbrett im See unterwegs, so der Einsatzleiter. "Wir beobachten vor allem die Hauptbadebereiche, wo es viele kleine Kinder hat", beschreibt David Kaiser die Arbeit der Rettungsschwimmer. In dieser Saison gab es bisher keine Badeunfälle, gibt der Rettungsschwimmer zu Protokoll. "Es gab eher kleinere Blessuren und einige Fahrradstürze auf dem Weg, der am See vorbeiführt." David Kaiser sieht im Aileswasensee für Schwimmer keine großen Gefahren, aber "es ist ein Naturgewässer, das Boden ist schlecht zu sehen und man erkennt Scherben nicht." Dies führe dann schon mal zu aufgeschnittenen Füßen. Die Ortsgruppen im DLRG-Bezirk Esslingen teilen sich den Dienst am See auf. "Eine Gruppe allein könnte dies personell gar nicht stemmen. Dazu kommt noch, dass wir die Zahl der anwesenden Rettungsschwimmer aufgrund von Corona begrenzen mussten", erläutert der Einsatzleiter die Einteilung der Überwachungsdienste. David Kaiser zeigt sich zufrieden, dass im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem DLRG-Landesverband zwei Notrufsäulen am See aufgestellt wurden. "Allerdings gab es eine traurige Premiere: Der erste Notruf über eine der Notrufsäulen erfolgte während einem tödlichen Badeunfall eines kleinen Jungen", erinnert sich der Einsatzleiter.

Im Notfall Hilfe dazu holen

Wer das kühlende Bad im See unfallfrei genießen will, sollte dies nicht kurz nach dem Essen tun, empfiehlt David Kaiser. "Wenn es sonnig ist, lieber langsam ins Wasser gehen und zuerst Füße und Arme benetzen." Dies sei wichtig, damit sich der Körper langsam an den Temperaturumschwung gewöhnen könne. Kaiser rät von Sprüngen ins unbekannte Gewässer ab. "Zum einen ist die Sicht eingeschränkt und birgt daher Gefahren, zum andern kann ein rascher Abfall der Körpertemperatur zur Bewusstlosigkeit führen." Wer im See in Not gerät und dazu noch in der Lage ist, soll laut um Hilfe schreien, sagt der Einsatzleiter. Dies gilt aber auch für Ersthelfer. Diesen empfiehlt David Kaiser: "Wer einer in Not geratenen Person helfen will, soll Hilfe dazu holen, da man mit panischen Reaktionen im Wasser rechnen muss." Des Weiteren gilt: Notruf über die Europäische Notrufnummer 112 absetzen oder wie am Aileswasensee möglich, die Notrufsäule in Anspruch nehmen. So wird mit Abstand und Geduld der Besuch am Badewasser zum erfrischenden und Erlebnis an heißen Tagen.