KREIS: Wie sichere ich den Garten vor Unwetterschäden?

09.08.2021

Nach den Unwettern in der Region boten viele heimische Gärten ein trauriges Bild. Experten geben Tipps, wie man diese gegen Sturm und Wasser schützt.

KREIS. (red) - Das Entsetzen war groß, als Gewitter, Hagel und Starkregen übers Land zogen und stellenweise in kürzester Zeit alles zerstörten, was nach monatelanger Hege und Pflege im Garten gewachsen war. In den meisten Fällen sind die Schäden nun beseitigt und rund ums Haus blüht und gedeiht es wieder.

Mit ein paar wenigen Tipps können Hobbygärtner den eigenen Garten sicherer gegen Unwetter gestalten. "Damit das Wasser im Boden versickern kann, sollte man so wenig versiegelte Flächen wie möglich anlegen", rät Eric Proisy, der bei Albrecht Bühler Baum und Garten den Bereich Gartengestaltung leitet. Beton und Asphalt verhindern, dass der Regen abfließt, und es kommt zum Wasserstau. Er empfiehlt daher: "Gibt es im Garten bereits bestehende versiegelte Flächen und Mauern, sollte man Rinnen und Drainagen anlegen." Eine große Hilfe bei Starkregen bieten künstlich angelegte Mulden, wo sich das Wasser ansammeln kann. "Dabei können auch Hohlkörper oder Zisternen im Gartenboden verbaut werden. Zum einen nehmen diese das Wasser von oben auf und später kann man es wieder zum Gießen nutzen." Wer einen Hausbau plant, kann sich schon vor Baubeginn vor Überschwemmungen im eigenen Garten schützen, wie Albrecht Bühler bestätigt: "Gibt es ein Gefälle, sollte dieses vom Gebäude weglaufen." Bei der Art der Bepflanzung stellt Eric Proisy eine Veränderung fest, die sich in den vergangenen Jahren eingestellt hat: "Die Blumen, Hecken und Bäume müssen hierzulande immer mehr extreme Verhältnisse aushalten."

Gegen Wind und Wasser könne der Garten zwar geschützt werden, gegen Hagel gäbe es kaum ein probates Mittel, so der Experte für Gartengestaltung. "In den meisten Fällen wachsen und blühen die Blumen nach einem Hagelschauer wieder."

Wer sich jedoch mit Hagelschäden erst gar nicht befassen will, soll auf großblättrige Pflanzen verzichten und vermehrt Gräser verwenden. "Diese haben eine kleinere Angriffsfläche und sind deutlich flexibler." Landschaftsgärtner Albrecht Bühler rät dazu, Stauden- und Gehölzflächen anzulegen. "Besonders zum Haus hin, schützen diese natürlichen Barrieren vor zu viel Wasser." Hecken, Sichtschutz und Mauern ermöglichen den natürlichen Schutz vor Wind und Sturm. Albrecht Bühler bestätigt: "Die Art der Grundstücksumgrenzung spielt eine große Rolle bei Unwettern."

Wer sich Hecken anlegt, sollte diese regelmäßig schneiden, wie der Geschäftsführer von Baum und Garten erklärt: "Der regelmäßige Schnitt verdichtet die Hecken. So halten sie den Wind ab und werden zeitgleich resistenter gegen die Schneelast." Eric Proisy ergänzt: "Sichtschutzelemente sollten gut verankert sein und Mauern bringen nicht den gewünschten Effekt, wenn sie nicht richtig gebaut sind." Wer einen Teich im Garten hat, braucht sich kaum Sorgen vor Unwettern machen. "Bei naturnahen Teichen richtet Hagel eher am Rand Schaden an, wenn die Folie ungeschützt ist. Da hilft eine entsprechende Bepflanzung." Einen hundertprozentigen Unwetterschutz gibt es allerdings nicht, wie der Gestaltungsexperte erklärt: "Es wäre eine Illusion zu denken, dass trotz guter Planung nichts passiert."

Bäume helfen sich selbst

Hagel und Sturm haben auch vielen Bäumen in den Gärten zugesetzt. Patrick Schmauder, Bereichsleiter Baumpflege bei Albrecht Bühler Baum und Garten rät zur Geduld bei der Pflege: "Es gilt, die Bäume jetzt zu beobachten, da man noch nicht sehen kann, was noch abstirbt. Dabei sollte man auf Äste, die über Gehwege und Straßen ragen, achten."

Bei Schäden im Geäst hilft meist eine saubere Schnittstelle. Patrick Schmauder präzisiert: "Wenn Äste abgebrochen sind, sollen die Bruchstellen sauber nachgesägt werden." In den meisten Fällen kann auf eine Behandlung der Schnittstelle verzichtet werden, wie der Baumpflege-Experte empfiehlt: "Kleinere Schnittstellen kann man offen und unbehandelt lassen, weil die Bäume eine eigene Abwehrreaktion haben." Erst bei größeren Flächen ab zehn bis 15 Zentimeter Durchmesser sei eine Behandlung mit Lackbalsam sinnvoll. "Der Kern des Astes bleibt frei und nur zwei bis drei Zentimeter der Umrandung werden bestrichen."

Die richtige Baumauswahl schützt vor Ärger bei Unwetter, wie Albrecht Bühler erläutert: "Bei Obstgehölzen gibt es keine Einschränkungen, bei Ziergehölz dagegen schon: Säulen-Hainbuchen Feldahorn, Zierkirsche und Amberbäume sind für heimische Gärten geeignet." Diese Bäume wachsen langsam und haben kaum Pflegebedarf, so der Landschaftsgärtner.

Eichen gehören laut den Gartenexperten  nicht in den Hausgarten. Albrecht Bühler erklärt, warum: "Sie ziehen die Prozessionsspinner an und die Brennhaare deren Raupen enthalten Nesselgift." Kommt da Wind auf, wird's gefährlich, wie Albrecht Bühler weiß: "Die Haare verteilen sich in Haus und Garten und es kann zur schmerzhaften Bekanntschaft kommen. Das heimtückische: Die Haare sind bis zu fünf Jahre lang aggressiv." Wer schon einen Eichenbaum im Garten hat, muss diesen nicht gleich fällen. Der unerwünschte Bewohner kann im Frühjahr mit biologischen Mitteln effektiv bekämpft werden.