KREIS: 15.022 Unterschriften gegen Fluglärm übergeben

09.11.2021

Die Bürgerinitiative "Vereint gegen Fluglärm" hat am Dienstag 15.022 Unterschriften gegen die neu geplante Flugroute an Staatssekretärin Elke Zimmer übergeben. Zur Veranstaltung am Stuttgarter Eckensee waren etliche Unterstützer der Initiative gekommen.

)

STUTTGART. (red) - Rolf Keck, Sprecher der drei Bürgerinitiativen "Vereint gegen Fluglärm" Nürtingen-Oberensingen, Hardt, Wolfschlugen Neuhausen und Aichtal und Andreas Bierlein, Koordinator Bürgerinitiative Nürtingen/Oberensingen/Hardt übergaben am Dienstag 15.022 gesammelte Unterschriften gegen die geplante neue Flugroute an Staatssekretärin Elke Zimmer, die Lärmschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg ist.

Die Unterschriften waren online und analog innerhalb kürzester Zeit zusammengekommen. Beim Treffen am Eckensee, unweit des Landtagsgebäudes machte Andreas Bierlein darauf aufmerksam, dass die Initiative sich andere Empfänger der Unterschriften vorgestellt habe. Staatssekretärin Elke Zimmer danke für das Engagement der Bürgerinitiative: "Ich nehme diese Unterschriften gerne entgegen." Sie gab jedoch zu bedenken: "Die Landesregierung hat keine Zuständigkeit bei der Festlegung und Auswahl von Flugrouten." Man sei lediglich unparteiischer Berater. Sie zeigte sich zufrieden, dass bisher noch keine Entscheidungen getroffen worden seien. "Bei der letzten Besprechung hat sich die Fluglärmkommission ein Zeitfenster ausbedungen." Die Fluggesellschaften, so die Lärmschutzbeauftragte, werden sich gemeinsam mit der Flugsicherung weiter beraten.

"Sollte die neue Flugroute durchgesetzt werden, gilt erstmal für ein Jahr ein Probebetrieb. Sie informierte, dass mit dem Beschluss vom 2. November ein Fluglärmgutachten erstellt und eine entsprechende Arbeitsgruppe gegründet wurde. "Dazu werden die betroffenen Gemeinden und Kommunen eingeladen." Und weiter: "Das Verkehrsministerium moderiert diesen Prozess. Wir wollen die Emotionen rausnehmen und sachliche Diskussionen führen." Sie versicherte den Anwesenden Fluglärmgegnern, dass der Lärmschutz ein Anliegen der Landesregierung sei. "Aber deshalb kommt der Flughafen Stuttgart nicht weg", betonte die Staatssekretärin. Man müsse das Gesamtkonzept mit allen Be- und Entlastungen für die umliegenden Gemeinden betrachten. Elke Zimmer gab zu bedenken, dass dieser Kompromiss fragil sei. 

"Ich bin froh, dass noch kein endgültiger Entschluss gefasst wurde. Transparenz ist wichtig und wir müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, dies zeigen auch die 15.022 gesammelten Unterschriften." Andreas Bierlein forderte bei der Übergabe: "Wir wollen als Bürgerinitiative in die Fluglärmkommission aufgenommen werden, da wir mit der Informationspolitik der Beteiligten unzufrieden sind." Versprechen wollte die Staatssekretärin am Dienstag nichts, versprach aber das Anliegen zu prüfen. 

Rolf Keck wünscht sich die Mitarbeit der Initiative auch in der neu gegründeten Arbeitsgruppe. "Ich finde es ungerecht, dass Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay Vorsitzender dieser Arbeitsgruppe ist", betonte Keck. Auch hier gab es keine Zusicherung von Seiten der Lärmschutzbeauftragten. "Ich nehme die Botschaft der Bürgerinitiative mit. Wir starten jetzt mal mit der Arbeit", sagte Staatssekretärin Elke Zimmer zum Schluss der Veranstaltung.