Grittibänz - Der köstliche Teigmann mit vielen Namen

25.11.2020
Gestatten - Mein Name ist Bänz, Gritti Bänz! (©kry)
Gestatten - Mein Name ist Bänz, Gritti Bänz! (©kry)

BACKSTUBE LIVE. (red) - Wenn im November die Tage kürzer werden und die Dämmerung von einem rötlich schimmernden Himmel begleitet wird, denken viele Menschen bereits ans Kekse backen und in den heimischen Backstuben macht sich oft unweigerlich eine strategische Hektik breit. Nicht selten wird Kleinkindern das schimmernde Abendrot am Himmel als Backstube des Samichlaus oder des Himmels beschrieben.

Himmlische Backstube wird das Abendrot oft genannt/©kry
Himmlische Backstube wird das Abendrot oft genannt/©kry

Der Begriff Samichlaus kommt von Sankt Nikolaus, wie der heilige Bischof von Myra bei den Schweizern unter anderem bekannt ist. Zum jährlichen Besuch des weißbärtigen Heiligen am 6. Dezember gehört in der Schweiz traditionell der Grittibänz dazu. Diese  liebevoll mit Weintrauben und Mandeln verzierte und gestaltete Teigfigur mit zugehöriger Tonpfeife oder Rute ist auch in Deutschland durchaus beliebt - jedoch, je nach Region, meist unter anderen Namen bekannt: Stutenkerl, Weckenmann, Klausenmann, Hefemänne, Grättimaa, Dambedei, Weckbobbe, Pumann oder Bubbelai. In Deutschland wird das Gebäck im Gegensatz zur Schweiz, schon früher, nämlich am Martinstag verteilt. Die Formgebung des Hefeteigs ist beinahe überall dieselbe und dient seit über 160 Jahre als Vorlage für das vorweihnachtliche Gebäck. In der Schweiz tauchte der Name "Chriddibänz" erstmals 1857 im Kanton Aargau auf. Drei Jahre später rief ein Kalender auf: "Mach Wegge (Wecken), Züpfe (Zopf) und Grittibänze!".

Damals waren die Gebäcke zwischen 15 und 60 Zentimeter groß und wurden aus Lebkuchen oder Brotteig in Mannsform gebacken. Die Bezeichnung "Gritte" oder "grättle" bezeichnet die gespreizte Stellung der Beine. Bei den Fußballfreunden auch als Grätsche bekannt. "Bänz oder "Benz" war eine geläufige Abkürzung für Benedikt oder Bernhard. Diese beiden Vornamen kamen zu der Zeit so häufig vor, wie etwa Hans oder Heinrich.

Grittibänze gibt es in zahlreichen Variationen/©kry
Grittibänze gibt es in zahlreichen Variationen/©kry

Dass der Grittibänz in der Schweiz vor allem zum Samichlaustag gebacken, verteilt und genossen wird, hat historisch - heidnische Gründe. Der Mann mit den gespreizten Beinen sollte den Schmutzli (Krampus) verkörpern. Dieser "böse Mann" wurde oft als Mahnfigur ins Spiel gebracht, wenn Kinder nicht artig waren. Mit der Christianisierung wurde er später zum Untertanen des Bischofs Sankt Nikolaus. Noch heute ist der Samichlaus mit seinen Begleitern zu den Kindern unterwegs und verteilt nach ermunternden und auch ermahnenden Worten meist Mandarinen, Lebkuchen und Nüsse - und eben den Grittibänz.

Synchrones Backen ist beliebt

Die weltweit bekannte und beliebte Food Bloggerin zorra rief in ihrem Blog kochtopf.me zum Synchronbacken von Grittibänzen am 21. Und 22. November auf. Zahlreiche Food Blogger und Hobbybäcker aus Deutschland, der Schweiz und weiteren Ländern beteiligten sich. Den Teig setzten sie dabei alle im Verlauf des Samstags an. Gebacken wurde am darauffolgenden Sonntag. Die Teilnehmer am Synchronbacken durften laut der Eventregeln mit verschiedenen Mehlen experimentieren, falls nötig Hefe ersetzen und Flüssigkeitsmengen anpassen. Beim Formen und Verzieren der Grittibänze war Kreativität gefragt.

Design: zimtkringels/©kry
Design: zimtkringels/©kry

An der Backform musste nicht festgehalten werden, es durften auch Engel, Samichläuse, Esel oder was halt zum Nikolaustag oder zu Weihnachten passt, geformt werden. Wichtig war, dass man die vorgegebenen Rezept noch erkennt. Diese wurden von Katharina Arrigoni, einer bekannten Schweizer Food Bloggerin, zur Verfügung gestellt. Sie betreibt einen eigenen Food Blog mit dem vielversprechenden Namen "besondersgut". Teilnehmen konnten alle, die Freude am Backen haben, also auch Nichtblogger.

Die Resultate des Synchronbackens veröffentlichen die vielen Blogger und Hobbybäcker zur gleichen Zeit, nämlich am Mittwoch,  25. November um 9 Uhr, in den sozialen Medien. Das Resultat der verschiedenen Teigmännlein, die in den Backstuben entstanden sind, ist überwältigend.

Die Tonpfeife gehört zum Grittibänz/©kry
Die Tonpfeife gehört zum Grittibänz/©kry

Gerade während der Corona-Krise und im Vorfeld zur Weihnachtszeit ist das gemeinsame Backen mit Kindern sicherlich ein willkommener und unvergesslicher Zeitvertreib. Weitere Bilder zu diesem Blogevent sind im Internet unter https://www.kochtopf.me/ und auf Instagram unter den Hashtags #synchrongrittibänz #synchronbacken #synchronbackendasoriginal zu finden. Hier die Teilnehmer im Einzelnen: 

Britta von Backmaedchen 1967
Geri von Lecker mit Geri
Volker von volkermampft
Simone von zimtkringel
Tina von Küchenmomente
Ingrid von auchwas
Bettina von homemade & baked