Am 4. Januar feiern die Amerikaner den "National Spaghetti Day"

03.01.2021

Pasta Heute feiern die Amerikaner den Nationalen Tag der Spaghetti. Grund genug also, sich auf die Suche nach den Geheimnissen der italienischen Spezialität zu begeben.

(red) - Der wohlklingende Name Spaghetti lässt die Herkunft aus dem Stiefel Europas schon erahnen. Die Übersetzung aus dem italienischen Sprachgebrauch für den Begriff der berühmten Pasta ist auch einleuchtend: Spago bedeutet Schnur und in der minimierenden Mehrzahl, also Spaghetti, entsprechend Schnürchen. Damit wäre die Herkunft der Teigware geklärt. Aber eben wäre. Denn: Kulturwissenschaftler streiten sich noch heute, wo genau die Spaghetti erfunden wurde.

Die einen sind der festen Überzeugung, Spaghetti entstammen der sizilianischen Küche, die anderen Forsche blicken weiter zurück in die Historie. Schenkt man den Geschichtsexperten Glauben, sind Spaghetti mehrere tausend Jahre alt. Die Vorläufer der heutigen langen und dünnen Pasta gehen nämlich auf Fadennudeln aus Hirsemehl, die in China bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus auf der Speisekarte standen. Andere Hinweise finden sich im Talmud aus dem dritten Jahrhundert nach Christus. Dort ist von einem populären, in Wasser gekochtem Teiggericht die Rede. Kurzum, ausdiskutiert ist die wahre Identität der Spaghetti bis heute nicht. Eines ist sicher: Der Vorteil der Haltbarkeit und der einfachen Lagerung beflügelte im 15. Jahrhundert den internationalen Siegeszug der Pasta Spezialität. Schiffsexpeditionen führten die Spaghetti auf ihren Reisen mit und so gelangten die Teigwaren auch in die USA. Auf den amerikanischen Speisekarten tauchten die "Spaghetti Italienne" allerdings erst im 19. Jahrhundert auf.

Bolognese und Carbonara sind beliebt

Man glaubt es kaum, aber in Deutschland wurden Spaghetti erst in den frühen Sechziger Jahren richtig bekannt. Italienische Immigranten, die damals noch "Gastarbeiter" genannt wurden, dämpften ihre Sehnsucht nach dem Süden mit eigenen mitgebrachten Speisevorräten, darunter eben auch die Spaghetti. Die meisten Italiener blieben in Deutschland und die Liebe der Deutschen zur italienischen Küche wuchs. Bald schon sprach man nicht mehr von Teigwaren, sondern bestellte in den sich rasch vermehrenden Ristorante gerne Pasta. Damals wie heute zählt die Bologneser Art zu den meistgewählten Pasta Gerichten. Dies bestätigt auch Guiseppe de Simone, Pächter des Zucchero im Bürgerhaus Lindorf: "Wir haben viele verschiedene Pastagerichte auf der Speisekarte. Spaghetti Bolognese und Carbonara stehen in der Beliebtheit aber ganz oben." Aufgrund des Lockdowns und der zugehörigen Corona-Verordnung war ein persönlicher Besuch in der Küche leider nicht möglich. Er kocht das die Sauce Bolognese - auch Ragù alla Bolognese nach klassischer Art, einem Rezept aus dem norditalienischen Bologna. "Die Hackfleischsauce muss mindestens drei bis vier Stunden vor sich hin köcheln, damit sie ihren typischen Geschmack erreicht."

Während der Teller Spaghetti in Deutschland vorwiegend als Hauptspeise gilt, erhalten die Pasta in Italien deutlich weniger Gewicht in der Essensfolge. Spaghetti gelten im Stiefel Europas grundsätzlich als Vorspeise, aber dennoch wird von den Gästen in den Pizzerien lautstark eine hohe Qualität erwartet. Und die Rezeptur der Bolognese Sauce bleibt stets das Geheimnis des Kochs. Koke de Simone, Wirtin im Zucchero, kennt die Vorlieben ihrer  vielen Stammgäste. "Nebst der Spaghetti bestellen diese im Restaurant gerne Penne Mantecati oder Penne Jakobsmuscheln." Penne ist eine weitere italienische Nudelsorte, die wörtlich übersetzt "Schreibfeder" bedeutet. Tatsächlich handelt es sich aber um eine röhrenförmige und in schräge, kurze Stücke geschnittene Nudel. Wer sich nicht zwischen Spaghetti, Penne oder noch weiteren Pasta-Spezialitäten entscheiden will, wählt "Tris di Pasta". "Da bekommen die Gäste drei verschiedene Teigwarensorten auf einem Teller", erklärt Koke de Simone die Kombination. Wenn die herrlich duftenden Spaghetti nach gewähltem Gusto erstmal das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, ist es den Fans der italienischen Küche vermutlich egal, woher die heute gefeierte Spaghetti kommt. Hauptsache, es schmeckt - Buon Appetito!

Rezeptvorschlag von Foodbloggerin zimtkringel

Wie jeder Koch in der italienischen Küche haben vermutlich viele Hobbyköche am heimischen Herd ihr eigenes Geheimrezept für die beste Pasta Sauce. Foodbloggerin Simone Schey von "zimtkringel" kocht am liebsten nach folgendem Rezept:

Zutaten für vier bis sechs Personen

  • 1 EL Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 2 große Karotten
  • 3 Selleriestangen
  • 4 Knoblauchzehen
  • 3 EL Tomatenmark
  • je 500g Rinder- und Schweinehackfleisch
  • 2 Dosen à 400g Kirschtomaten
  • je 1 Esslöffel getrockneter Oregano und Thymian, sowie 1 Lorbeerblatt
  • 1 Teelöffel Salz plus mehr zum Abschmecken
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 100ml Vollmilch
  • 250ml Rotwein
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • frische Kräuter nach Belieben und Parmesan zum Drüberstreuen

Vor dem Brutzeln steht das Schnippeln

  • Karotten, Zwiebel, Knoblauch und Selleriestangen schälen, bzw. waschen, putzen
  • Das Gemüse möglichst fein würfeln
  • In einem großen Topf Öl erhitzen und das Fleisch darin rundum anbraten, dann das Gemüse zugeben und ebenfalls etwas anbraten
  • Tomatenmark zugeben, gut unterrühren und kurz mit anrösten
  • Dosentomaten samt Flüssigkeit, Gewürzen, Rotwein und Milch zur Fleischmischung geben
  • Mit geschlossenem Deckel auf mittlerer Hitze mindestens drei Stunden, gerne länger, vor sich hin köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren
  • Nach dem Ende der Kochzeit das mitgekochte Lorbeerblatt aus der Sauce fischen und noch einmal kräftig abschmecken
  • Nach Belieben mit frischen Kräutern verfeinern, auf jeden Fall aber Parmesan zu Spaghetti servieren

Zimtkringels Tipp: "Einmal abgekühlt und wieder aufgewärmt schmecken Spaghetti Bolognese übrigens genauso gut."