Nürtingen spart Energie

14.09.2022
Foto: ©ES-Regio-News
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NÜRTINGEN. (pm) - Die Vorgabe an Kommunen lautet, 20 Prozent weniger Energie zu verbrauchen. Dadurch soll vermieden werden, dass es zu einer Mangellage kommt. Wie viele andere Städte unterstützt die Stadt Nürtingen dieses Ziel und hat dazu erste Maßnahmen umgesetzt. Die größten Einsparpotenziale sind dabei im Stromverbrauch und der Warmwasserversorgung zu erzielen. Daher ist seit dem 15. August die Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet auf 70 Prozent der Leistung gedimmt, was ca. 350.000 Kilowattstunden einsparen wird.

Intern hat die Stadtverwaltung durch eine Dienstanweisung Energie bereits Maßnahmen ergriffen, um den Gas- und Stromverbrauch zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem die Absenkung der von Thermostaten geregelten Temperaturen in den Büroräumen auf maximal 20°C, das Verbot der Nutzung von Heizlüftern, die Abschaltung nicht verwendeter elektronischer Geräte oder die Nutzung von Kaltwasser in den Sanitärbereichen.

Außerdem wurde die Warmwasseraufbereitung in den Sporthallen eingestellt - ein Schritt, der mit dem Gesundheitsamt abgestimmt ist. "Allein für die Theodor-Eisenlohr-Sporthalle werden täglich ca. 350 bis 400 kWh Warmwasser vorgehalten beziehungsweise aufbereitet. Das sind im Monat rund 10.000 KWh Fernwärme in einer einzigen Halle", erläutert Steffen Schultheiß, Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Nürtingen. Schultheiß weist außerdem darauf hin, dass die Fernwärme mit Gas erzeugt würde und es sich somit um eine echte Ersparnis handle, die zur Versorgungssicherheit für Wohngebäude und Gewerbe im Winter beitrage. Auch zur Reduzierung der Heizenergie in öffentlichen Gebäuden wie den Schulen legt er konkrete Zahlen auf den Tisch: "Wenn wir die Temperaturen um ein Grad von 21 auf 20 Grad senken, sparen wir zum Beispiel der Braikeschule ca. 15.000 kWh pro Jahr ein, am Max-Planck-Gymnasium sogar 40.000 kWh. Über die gesamte Landschaft unserer öffentlichen Gebäude tut sich also ein erhebliches Potenzial zur Energieeinsparung auf."

Kommunalverbände weisen auf die Auswirkungen der explodierenden Energiekosten hin, die nicht nur die Bürgerinnen und Bürger betreffen, sondern auch für die Haushalte der Städte, Gemeinden und Landkreise zur Belastungsprobe werden. Der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, wies daher darauf hin, dass es eine ganze Reihe von Kommunen geben werde, die Angebote einschränken müssten, soweit es nicht um gesetzlich vorgeschriebene Leistungen geht. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds Gerd Landsberg warnte gar vor "flächendeckenden Stromausfällen", sollten die rund 650.000 in diesem Jahr verkauften Heizlüfter im Falle eines Ausfalls der Gasversorgung ans Netz gehen.

Mit ihrem Maßnahmenbündel will die Stadt Nürtingen ihren Teil dazu beitragen, dass eine solche Notlage gar nicht erst eintritt. Gerade weil die Situation jedoch unvorhersehbar und schwierig zu bewerten sei, werden die Maßnahmen regelmäßig überprüft. "Mitte Oktober werden wir in Abstimmung mit dem Gemeinderat, den Schulen und dem Stadtsportverband festlegen, ob wir an den bereits getroffenen Maßnahmen festhalten oder zum Beispiel die Warmwasserversorgung in den Sporthallen wieder aufnehmen", so OB Fridrich.