CORONA: Schnelltests gehen weg wie warme Semmeln

24.12.2020

KREIS. (red) - Der Bevölkerung im Kreis Esslingen scheinen die Weihnachtsfeiertage am Herzen zu liegen. Alle wollen sie die Geburt Jesu mit ihren Familien feiern. Doch zu Coronazeiten ist alles ein bisschen anders. Große Familienzusammenkünfte sind verboten und wer auf gefährdete Menschen Rücksicht nehmen wollte, musste wohl oder übel auf die Einladung oder den Besuch über die Festtage verzichten. Da kamen die kostenlosen Schnelltests des DRK, der Malteser und der Johanniter vor den Feiertagen gerade recht. In über zehn Kommunen boten die Hilfsorganisationen Schnelltests an. Diese wurden vom Sozialministerium zur Verfügung gestellt.

"Wir haben 5 600 Einheiten für den Altkreis Esslingen bekommen", bestätigt Martin Kuhn, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter des DRK Esslingen. Diese wurden im Vorfeld auf die verschiedenen Stationen verteilt. "Um den vermutet großen Andrang steuern zu können, haben wir auf Voranmeldung umgestellt", erklärt Martin Kuhn. Die Zentren waren rasch ausgebucht und so bildeten sich bereits am frühen Morgen Schlangen vor den Anmeldungen zum Schnelltest.

In Altbach hatte der DRK Ortsverein rund um die Gemeindehalle mehrere Pavillons aufgebaut und es blieb für die Bürger genug Platz, um den notwendigen Abstand einzuhalten. Nach dem Abstrich mit einem langen Wattestäbchen im Nasen-Rachen-Bereich konnten die getesteten Personen direkt vor Ort auf das Ergebnis warten. Auch in Filderstadt folgten viele Menschen der Einladung und ließen sich in der Filharmonie testen. Wie Martin Kuhn am gestrigen Mittwoch berichtete, sei dort alles ruhig abgelaufen, obwohl der Andrang groß war.

Drive-In in Aichwald

Wer in Aichwald zum Schnelltest wollte, musste mit dem Auto kommen. Einsatzleiter Christian Rommel vom DRK Ortsverein Aichwald begründete die Entscheidung für den Drive-In mit dem unbeständigen Wetter: "Wir wollten vom Wetter unabhängig sein." Am Mittwoch lief das Testprozedere routiniert ab, wie Christian Rommel bestätigte. "Um 11 Uhr hatten wir bereits 150 Personen getestet, alle Tests waren bisher negativ."

Wer in Aichwald zum Testzentrum an der Schurwaldhalle vorfuhr, durfte in der Warteposition bereits den Erfassungsbogen ausfüllen und danach zum Abstrich vorfahren. Hatte man den Test mit dem Wattestäbchen überstanden, ging es zurück auf den Parkplatz, um dort auf das Ergebnis zu warten. "Wir haben die Labors in der Schurwaldhalle installiert und eine direkte Verbindung zum Parkplatz aufgebaut. So bekommt jeder Getestete, wenn das Ergebnis negativ ist, eine mündliche Mitteilung." Bei einem positiven Testergebnis erfolgte die Mitteilung entweder durch den Einsatzleiter oder der anwesenden Ärztin.

Genau dies ist in Lichtenwald im Bürgerzentrum geschehen. Dort verlief ein Test positiv, wie die verantwortliche Ärztin Dr. Christiane Lopes mitteilte. Ohne Aufsehen zu erregen, wurde die positiv getestete Person diskret über das schlechte Ergebnis informiert. "Sie muss sich jetzt direkt zu einer der Fieberambulanzen oder zu einem der Corona-Abstrich-Zentren begeben, um den PCR-Test machen zu lassen." Die infizierte Person und deren Familienangehörige im Haushalt müssen sich unverzüglich in Quarantäne begeben. "Mindestens bis der PCR-Test ausgewertet ist, danach entscheidet im schlechtesten Fall das Gesundheitsamt", erklärt Martin Kuhn das weitere Vorgehen. In Lichtenwald haben sich 425 Personen zum Schnelltest über das Internet angemeldet. Christiane Lopes findet diese Schnelltests gut. "Man kann ihnen für die kurze Zeit der Weihnachtsfeiertage vertrauen, die nötige Vorsicht mit Abstand, Hygiene und Mund-Nasen-Bedeckung ist dennoch geboten." Sie unterstützt, dass Familien sich an Weihnachten sehen wollen. In Lichtenwald arbeitet der DRK Ortsverein Baltmannsweiler mit der freiwilligen Feuerwehr Lichtenwald zusammen. "Die Kollegen der Wehr übernehmen den Ordnungsdienst", freut sich Martin Kuhn.

Im Bürgerzentrum wurde als erstes gleich die Temperatur der Probanden gemessen und an jeden eine steril verpackte Alltagsmaske abgegeben. "So schützen wir uns noch besser gegen unerwünschte Einflüsse von außen", erläutert Martin Kuhn. Eine großangelegte Schnelltestaktion gab es ab Mittwochnachmittag in Plochingen auf dem Parkplatz des Sportgeschäfts Decathlon. Auch dort war der Andrang groß. Die Johanniter Unfallhilfe bot Schnelltests in Esslingen-Berkheim an. Auch dort wollten sich viele vor den Feiertagen noch schnell testen lassen. Allerdings ging das laut Regionalvorstand Oliver Cosalter nur mit Voranmeldung. "Wir sind für Donnerstag bereits ausgebucht." 500 Tests standen den Johannitern in Esslingen zur Verfügung. "Der erste Testtag verlief ruhig und ordentlich. Allerdings haben wir eine Person positiv getestet", berichtet Cosalter vom ersten Testtag. Martin Kuhn vom DRK Esslingen zieht dennoch positive Halbzeitbilanz: "Ich bin mit der Organisation der einzelnen Hilfsorganisationen und Ortsvereinen sehr zufrieden. Wir haben Ärzte an jeder Teststelle und im Vorfeld meldeten sich viele Freiwillige, um bei der kostenlosen Testaktion zu helfen." 

Danke den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz!