ARBEITSMARKT

10.11.2022

3,5 Millionen Euro gibt es von der EU für innovative Projekte zur Arbeitsmarktintegration im Landkreis Esslingen.

ESSLINGEN. (pm) - Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF Plus) ist das zentrale Förder- und Finanzierungsinstrument der Europäischen Union (EU) zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Bildungschancen in der EU. Alljährlich können sich Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen mit entsprechenden Projekten um regionale Fördermittel bewerben. Für das Förderjahr 2023 hat der ESF-Arbeitskreis für den Landkreis Esslingen, der für die Bewertung der für den Landkreis eingereichten Projektanträge zuständig ist, in seiner letzten Sitzung im Oktober 2022 neun von zehn für den Landkreis Esslingen eingereichten Projektanträge für förderfähig befunden.

Im ESF- Arbeitskreis sind die Agentur für Arbeit, das Jobcenter Landkreis Esslingen, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Verband der Metall- und Elektroindustrie, die IHK Region Stuttgart, die Kreishandwerkerschaft, die Beauftragte für Chancengleichheit, die Liga der freien Wohlfahrtspflege, die Schulen, Weiterbildungsträger, die außerschulische Jugendbildung und die Kreisverwaltung vertreten.

Die Vorsitzende des ESF- Arbeitskreises und Dezernentin für Soziales im Landkreis, Katharina Kiewel, freut sich über die Förderung aus Brüssel. "Damit können wir die guten Projektideen der freien Träger unterstützen. Für die aktuelle Förderperiode 2021 - 2027 stehen jährlich 489.030 Euro zur Verfügung. Insgesamt fließen für diese Förderperiode so rund 3,5 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfond in den Landkreis Esslingen, sagt die Dezernentin.

Zu den neun in 2023 über den ESF Plus förderfähigen Projekten gehören sechs Projekte zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Verbesserung von Teilhabechancen und drei Projekte zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern. Mit den Fördergeldern können soziale Grundkompetenzen stabilisiert werden. Ebenso werden mit individueller pädagogischer Begleitung und tagesstrukturierender Beschäftigung langzeitarbeitslose Menschen an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt.

"Wir haben wieder Projektanträge vorliegen, die u.a. arbeitslose Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf unterstützen. Die Projektträger arbeiten auf einem hohen Niveau und haben die permanente Weiterentwicklung von präventiven Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sowie die Verbesserung von Beschäftigungschancen am Arbeitsmarkt im Blick. Qualifizierung und Ausbildung tragen maßgeblich zum Abbau von Benachteiligung bei", lobt Katharina Kiewel die gute Arbeit der Träger.

Der ESF-Arbeitskreis investiert jährlich viel Zeit in die nachhaltige konzeptionelle Ausrichtung der jeweiligen Förderperiode. Der Erfolg bestätige, dass diese gut durchdachten Konzepte gewinnbringend platziert werden können. Der ESF-Arbeitskreis achtet insbesondere darauf, dass keine Doppelstrukturen entstehen und die Förderung genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Daher werden die konzeptionellen Schwerpunkte permanent evaluiert und die sozial-gesellschaftlichen Anforderungen angepasst.

Der Landkreis Esslingen will mit seiner integrierten Sozialplanung zu einer sozialen Gerechtigkeit und Sicherheit beitragen, damit Leistungen und Hilfen gezielt in Anspruch genommen werden. Lokale Akteure und Träger können sich gerne für zukünftige Projekte daran orientieren. Informationen gibt es unter www.landkreis-esslingen.de/Soziales/Sozialplanung.

Der ESF-Arbeitskreis besucht regelmäßig die Träger vor Ort und informiert sich über die laufenden Projekte. Er lässt sich auch gerne von Teilnehmenden berichten, wie diese durch die Unterstützung profitieren. So besuchten Mitglieder des ESF-Arbeitskreises am 8. November 2022 zwei Projektträger, die im laufenden Jahr gefördert werden. Dies sind die Projekte "Neustart Esslingen" vom Träger Internationaler Bund e.V. IB Süd und der Projektverbund "Querverbindungen" des Kreisdiakonieverbandes im Landkreis Esslingen und der Bruderhausdiakonie. Es handelt sich dabei um Projekte aus dem Sonder-ESF-Programms REACT-EU, welches im Rahmen des Europäischen Sozialfonds in Baden-Württemberg in den Jahren 2021 und 2022 gezielt Projekte zur Abfederung wirtschaftlicher und sozialer Folgen der COVID-19-Pandemie fördert. REACT-EU steht für "Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe" (Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas).

Der Arbeitskreis achtet darauf, dass er insbesondere innovative Projekte unterstützt, die mit den vorhandenen Strukturen des Landkreises kompatibel sind und Projekte, die nach der ESF-Förderung eventuell dauerhaft in bestehende Systeme übernommen werden können.